Chinesische Arzneitherapie erhöht die Schwangerschaftsrate um das 1,7-fache

Eine australische Metaanalyse vergleicht die Schwangerschaftsrate von 4247 Frauen. Bei der Gruppe, die mit westlicher Therapie behandelt wurde, betrug die Schwangerschaftsrate 33%, während bei den mit Chinesischen Arzneistoffen behandelten Frauen, 60% schwanger wurden.

Studienauswahl

Die Autorin durchsuchte die Datenbanken von Medline und Cochrane nach Studien, die bis Dezember 2013 veröffentlicht wurden, unter den Stichwörtern „medicine, Chinese traditional“ und „infertility“. Es wurden kontrollierte und randomisierte Studien, die Frauen mit Unfruchtbarkeit betrafen, aufgenommen. U.a. folgende westliche Diagnosen waren vertreten; polyzystische Ovarien, fehlender Eisprung, Endometriose, ausbleibende Periodenblutung, Eileiterschäden und unklare Unfruchtbarkeit.
Studien, die nur mit Akupunktur behandelten oder in Kombination zur IVF und/oder ICSI durchgeführt wurden, wurden nicht aufgenommen. Als westliche Therapie wurden Medikamente und/oder Operationen vorgenommen. Insgesamt wurden 40 Studien mit 4247 Frauen in die Metaanalyse aufgenommen. Die Studienlänge betrug zwischen drei und sechs Monate, die Frauen waren zwischen 18 und 45 Jahre alt (Durchschnittsalter 30 Jahre).

Ergebnis

Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft war unter den Frauen, die drei bis sechs Monate mit Chinesischen Arzneistoffen behandelt wurden, um das 1,74-fache höher als bei den Frauen, die westliche Medikamente bekamen und/oder operiert wurden. Die Schwangerschaftsrate der Frauen, die Chinesische Arzneistoffe bekamen, betrug 60%, die Gruppe der Frauen, die nur mit westlicher Therapie behandelt wurden, 33%.

Auswirkungen auf weitere Fruchtbarkeitsmarker

Neben den erhöhten Schwangerschaftsraten verbesserten sich in der mit Chinesischen Arzneistoffen behandelten Gruppe auch andere Hinweise für gesteigerte Fruchtbarkeit: vermehrte Raten an Eisprüngen mit erhöhter Körpertemperatur in der zweiten Zyklushälfte, verbesserte Dicke der Gebärmutterschleimhaut, vermehrtem fruchtbaren Schleim der Gebärmutterhalsdrüsen bei Frauen ohne regelmäßige Eisprünge.

Quelle: Ried, K.: Chinese herbal medicine for female infertility: An updated meta-analysis, Complementary Therapies in Medicine (2015) 23, 116—128